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Lebensweise in der Bronzezeit

Über 6.000 Jahre reicht die Geschichte der Metallverarbeitung zurück. Nach Metallen wurden zwei Epochen benannt, die Bronze- und die Eisenzeit, so wichtig war die Metallverarbeitung in der Ur- und Frühgeschichte.  Die Kupferzeit, deren Datierbarkeit schwierig ist, geht dieser Kulturperiode im Rahmen der Epochenbestimmung voraus. Wissenschaftlich wird die Kupferzeit Neolithikum genannt. Aus diesem Grund folgt die Bronzezeit in der geschichtlichen Epoche der Jungsteinzeit.

Bronzezeit in Europa - Deutschland

In Norddeutschland, Dänemark und Südskandinavien sind in der Bronzezeit von 1700 bis 800 v. Chr. Großsteingräberbauern, Streitaxtleute und Schnurkeramiker zu finden. In Ostdeutschland ist es die Lausitzer Kultur, wird den Illyrern zugewiesen, und in Süddeutschland ist es die keltische.

In der Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr. wurden die Vorteile der Legierung des Kupfer mit Zinn in Mesopotamien und Anatolien erkannt. Um etwa 2.000 v. Chr. verbreitete sich diese Kenntnis auch in den südlichen Teilen Europas. Das tägliche leben wurde zunehmend von den Bronzegegenständen beherrscht. In den folgenden Jahrhunderten brach aber die traditionelle Herstellung sowie die Nutzung von Steingeräten nicht ab.

Allmählich wurden die meist unbefestigten Siedlungen und auch die jahrhundertealte Traditionen sowie die Jenseitsvorstellungen aufgegeben. Befestigte Siedlungen entstanden an strategisch günstigen Plätzen, vor allem auf Anhöhen und an Seeufern. Die Verstorbenen wurden vielfach zusammen mit ihrem persönlichen Besitz verbrannt. Beigesetzt wurde die Asche in Urnen auf Urnenfeldern, die bis zu mehreren Tausend Gräber umfassten.

Gegen Ende der mittleren Bronzezeit, 10. bis 9. Jh. v. Chr., wurden große Mengen wertvollster Metallobjekte in der Erde oder im Wasser als Horte, verborgene Schätze, versteckt. Der 1913 geborgene Goldfund von Eberswalde, nordöstlich von Berlin, zählt zum Beispiel dazu. In Mitteleuropa zählt dieser Fund zu den größten und bedeutendsten Entdeckungen der Bronzezeit. Acht goldene Schalen waren in einem bauchigen Tongefäß enthalten. In diesen Schalen waren 73 weiter Goldgegenstände, wie z. B. Hals- und Armringe, Barren und Drähte. Wahrscheinlich zur Huldigung unbekannter Gottheiten gelangen Kultgeräte, Schwerter und Bronzegeschirr ebenfalls unter die Erde.

In der jüngeren Bronzezeit sind in Europa religiöse und weltliche Macht besonders ausgeprägt. Burgen mit starken Befestigungsanlagen, wurden bis ins Mittelalter hinein errichtet, sind Kennzeichen hierfür. Kleinere unbefestigte Siedlungen oder Einzelhöfe wurden im Umfeld solche Anlagen nachgewiesen. Sie bildeten wahrscheinlich eine Wirtschafts- und Sozialeinheit.
Das berühmte Grab von Newgrange in Irland ist ein Beispiel für ein jungbronzezeitliches Königsgrab. Es besteht aus einem herzförmigen Stein- und Erdhügel und ist etwa 4.500 Jahre alt. Der Durchmesser beträgt ca. 90 Meter und die Höhe fast 11 Meter. Von den Felsblöcken, die sich rundherum befanden, sind noch 12 erhalten. Eine Siedlung der Glockenbecherkultur befand sich im Umfeld der Grabanlage.

Bronzezeit in China

Als eine Zeit großer Veränderungen wird in den chinesischen Mythen die zweite Hälfte des 3. Jahrtausends vor Christi beschrieben. Stete Weiterentwicklung kennzeichnete den Übergang vom Neolithikum zur Bronzezeit. Die Longshan-Kultur breitete sich immer weiter aus. Ein reger Handel entfaltete sich zwischen ihren Siedlungen. Die Gesellschaft entwickelte sich immer differenzierter und die politische Vorherrschaft der Priester und Schamanen entstand. Anstatt die Fortschritte in der Technik für die Verbesserung der landwirtschaftlichen Techniken zu nutzen, wurden sie immer intensiver für die Herstellung ritueller Gegenstände benutzt. Die Metallbearbeitung entwickelte sich vor diesem Hintergrund. Die ersten Formen eines organisierten Staates entstanden.

Nachdem die kulturellen Gefüge erfolgreich, sowohl politisch als auch militärisch, um die Vorherrschaft in der zentralen Tiefebene gekämpft hat, festigten sich die Staatsgebilde. Aus der Longshan-Kultur von Henan ist die Xia-Dynastie hervorgegangen. Sie festigte ihre Macht am Delta des Huanghe (Gelber Fluss) und herrschte bis zum 16. Jh. v. Chr. Die Erben der Longshan-Kultur von Shandong, die Shang-Dynastie, lösten sie ab.

Die Shang waren ursprünglich im Osten der zentralen Tiefebene beheimatet. Ihre Vormachtstellung reichte bis ins 11. Jh. v. Chr. Nachfolger waren die Zhou-Dynastie, Nachkommen der Longshan-Kultur von Shaanxi. Sie hatten die Macht bis 221 v. Chr. inne.

Obwohl die Chinesen in der Bronzezeit unzählige Bronzegegenstände herstellten, stellten sie selten menschliche Figuren dar. Eine große Blütezeit erlebte die Handwerkskunst. Fast 10 Tonnen Bronze wurden in einem Grabe aus dem 5. Jahrhundert entdeckt. Um diese immense Produktion in Gang zu halten, waren enorme menschliche und materielle Ressourcen von nöten.

Kreta in der Bronzezeit

Der Süden der Balkanhalbinsel, die Inseln der Ägäis und die Westküste Kleinasiens, heutige Türkei, waren 1050 v. Chr. von den griechischen Völkern besiedelt. Die für die grieschsiche Antike typischen Stadtstaaten, die Poleis, bildeten sich seit dem 8. Jh. Die ursprüngliche Monarchie der Aristokratie war von den Menschen abgelöst worden.
Die minoische Kultur hatte sich auf der Insel Kreta gebildet. Sie dauerte vom 3. Jahrtausend bis 1100 v. Chr. Es war die Zeit der älteren Paläste (Knossos, Phaistos). Sie dienten als fürstliche Residenzen der kultischen Oberherrschaft sowie der zentralistischen Verwaltung und waren auch der Mittelpunkt der Städte. Durch die hoch entwickelte Technik wurden jetzt Straßen, steinerne Brücken, Kanalisations- und Entwässerungsanlagen, Paläste und Schiffe gebaut.

Frühe Hochkulturen entwickelten sich neben Kreta auch in Ägypten und Mesopotamien.

In den Einzugsgebieten des Indus bildeten sich um 2300 bis 1600 v. Chr. die sogenannte Harappa-Kultur heraus.

Frühe Hochkulturen in Mittelamerika waren die Maya (etwa 1500 v. Chr. - 1540 n. Chr.) und die Azteken (seit ca. 1200 - 1521 n. Chr.).

Von den jungsteinzeitlichen Ackerbaukulturen hoben sich diese Hochkulturen deutlich ab. Eine ausgeprägte Staatlichkeit wurde entwickelt, sowie eine weitgehende soziale Differenzierung. Auch die Kulturtechniken wie Schrift, Mathematik, Medizin und Astronomie waren hoch entwickelt.
Jungsteinzeitlicher Gesellschaften organisierten sich über dezentrale Verwandtschaftsgruppen. In der Bronzezeit bildeten sich hierarchisch strukturierte Gesellschaften mit ausgeprägten Status- und Besitzunterschieden. Ein König stand an der Spitze der Gesellschaft oder des Staates. Wie der Pharao oder auch der Inkafürst konnte er die Inkarnation eines Gottes oder auf andere Weise ausgezeichnet sein. Die Funktionsträger bildeten die Elite und waren Priester, Beamte und Krieger. Die Masse der Bevölkerung bildeten die Bauern, Landarbeiter und Handwerker. Die Sklaven waren in kriegerischen Gesellschaften das Ende der Hierarchie.

Überschüsse an Nahrungsmitteln ergaben sich durch die verbesserte Landwirtschaft. Dadurch wurde eine zunehmende Arbeitsteilung begünstigt und es bildeten sich Berufe, wie Handwerker (Schmiede, Gießer) für Schmuck, Waffen, Geräte und Bergbauarbeiter sowie Ärzte, Künstler und Kaufleute. Einer staatlichen Verwaltung unterstanden die Produktion landwirtschaftlicher Güter sowie der Fernhandel weitestgehend.