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Tropen und tropischer Regenwald

Überblick

Regenwälder im Verlauf der Erdgeschichte

  • Die Erdplatten hingen einst zusammen und bildeten einen Kontinent. Über viele Millionen Jahre drifteten sie auseinander.
  • Über die Erde legte sich vor 60 Millionen Jahre eine Art Ruhe. Ihre heutigen Positionen hatten die Kontinente etwa erreicht.
  • In der Erdatmosphäre schwebte zu jener Zeit 2-3 mal soviel Kohlendioxid wie heute. Eine hohe globale Erwärmung war die Folge, es ist wärmer auf der Erde. Durch diese wärmeren Temperaturen verdunstet mehr Wasser, was wiederum zu mehr Regen als heute führt.
    -> Die ersten Regenwälder,so wie man sie heute kennt, entstanden bei diesem Klima auf beiden Seiten des Äquators.
  • Die Regenwälder schrumpften während der Eiszeiten drastisch, während sie sich in Warmzeiten wiederum extrem ausdehnten. Das Wichtigste war und ist: Alle großen Klimaschwankungen und auch das An- und Absteigen der Meeresspiegel haben die Kernbereiche der Regenwälder unbeschadet überstanden.
  • Womöglich sind heute von der weltweiten Flora und Fauna 90 Prozent nur im tropischen Regenwald zu finden. Er umspannt die Erdkugel bis heute wie ein grünes Band, das nur von den Weltmeeren unterbrochen wird.

Geographische Lage

Zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis liegen die Tropen. Von der Landfläche der Erde bedecken sie ca. 37 Prozent. Jedoch beherbergen sie gut 50 Prozent aller weltweiten Wälder. In den vergangenen Jahrzehnten wurden von ihnen für immer vernichtet.

Die drei größten Regenwaldgebiete befinden sich in: Südamerika, Asien und Afrika.
Teilweise gibt es aber auch noch kleine Regenwaldflächen: an der Westküste Indiens und auf Sri Lanka, im Norden von Australien, in Mittelamerika, auf Madagaskar und auf der Inselwelt des Pazifiks.

 

Das Ökosystem Wald

Stockwerke

Das enorme Höhenwachstum der Bäume sowie die Gliederung der Vegetation in verschiedene Stockwerke ist charakteristisch.

 

  • Bodenschicht: Sie besteht aus dem Wurzelwerk der Pflanzen und einer Humusdecke, die meist sehr dünn ist. Darin siedeln Kleinlebewesen, Bakterien, Algen und Pilze.
  • Krautschicht: Sie geht bis zu einer Höhe von  1,5 m. In ihr kommen Moose, Farnpflanzen und andere Bodendecker mit geringem Lichtbedarf vor.
  • Strauchschicht: Dies ist der Bereich von 1,5 m Höhe bis 5 m. Hier gehören auch die jungen Bäume dazu.
  • Schicht der niedrigen Bäume
  • Kronenschicht: Das Hauptkronendach befindet sich in ca. 40 m Höhe.
  • Überständer (nicht im Bild): Bekannt sind sie als "Baumriesen". Vereinzelt ragen sie über das Hauptkronendach hinaus, bis in ca. 60 m Höhe.

Klimatische Voraussetzungen für die 50 bis 100 Millionen alten Regenwälder

  1. Die Niederschläge sind das ganze Jahr über hoch und beträgt mind. 1.500 Millimeter, kann aber ansteigen bis zu 10.000 Millimeter. Die daraus resultierende Luftfeuchtigkeit beträgt wenigsten 70 Prozent  und bis zu 100 Prozent.
  2. Die Temperaturen schwanken wenig und liegen zwischen 23°C und 27°C. Das Jahresmittel ist daher gleich bleibend.

Der Regenwald als Klimaregler

Nicht nur seine eigenen Regeln macht der Regenwald. Für weit entfernte Gebiete schafft er durch seinen Verdunstungszyklus Regenwolken. Die Regenfälle im Norden sind stark zurückgegangen, was seine Ursache in der Zerstörung der Wälder Westafrikas hat. Dies ist einer der Gründe für die ständige Ausdehnung der Sahara, die sich pro Jahr 20 km weiter nach Süden vorschiebt. Der Regenwalde gilt als "Steuermann" der globalen Windkreisläufe. Sogar auf das Wetter in Europa wirkt er ein.

Der Nährstoffkreislauf

In der Biomasse befinden sich fast alle Nährstoffe. Die Biomasse ist die Summe aller lebenden und toten Organismen. Bis zu 800 Tonnen der Biomasse finden sich auf einen Hektar Regenwald (Vergleich: 150 Tonnen im mitteleuropäischen Mischwald). Pilz, Ameisen oder andere Klein- und Kleinstlebewesen "recyceln" abfallende Blätter, umgestürzte Bäume und sterbende Tiere. Dadurch werden diese wieder in den Nährstoffkreislauf des Waldes eingebracht und damit bildet er ein fast in sich geschlossenes System. Spezielle Pilze, die sogenannte "Mycorrhiza", verrichten bei der Umwandlung des abgestorbenen Materials in Nährstoffe die Hauptarbeit. Diese Pilze leben in der Wurzel der Pflanzen und sind für den Stoffwechsel der gesamten Flora entscheidend.

Die Artenvielfalt

Im immergrünen Regenwald ist unter anderem durch die weitläufige Verteilung der einzelnen Baumarten ein auf der Erde einzigartiges Phänomen entstanden: die größte Artenvielfalt. Schätzungen zufolge befinden sich in diesen Regenwäldern 40 - 60 Prozent aller Arten, die auf der Erde leben.

Nutzen der Regenwälder

  • Wasser wird gespeichert und gereinigt
  • Erosion wird verhindert, an Berghängen werden Talbewohner vor Steinschlag und Hochwasser geschützt
  • Stabilisierung des Klimas ⇒ Regenwald dient als riesiger Kohlenstoffspeicher
  • Luftfeuchtigkeit wird erhöht
  • Produktion von Sauerstoff
  • Lieferung kostbarer, nachwachsender Rohstoffe (z. B. Holz, Heilpflanzen, Früchte, ...)
  • Verminderung des Treibhauseffektes durch Bindung des Kohlendioxides (ständiger Aufbau organischer Materie durch Wachstum der Pflanzen -> begünstigt durch Sonne, Regen und konstanten Temperaturen)

Die Regenwaldzerstörung

Der Feind des Regenwaldes - der Mensch

In den vergangenen Jahrzehnten ist so viel Regenwald in so kurzer Zeit wie noch nie zuvor von der Erdoberfläche verschwunden und es werden jedes Jahr ca. 200.000 km² weniger. Von der gesamten tropischen Regenwaldfläche gingen von 1960 bis 1990 ein Fünftel verloren. Das sind 450 Millionen Hektar und entspricht fast der halben Fläche der Vereinigten Staaten. Es hat eine unvorstellbare lange Zeit gebraucht damit das entstanden ist, was heute im Handumdrehen vernichtet wird. Es gibt einige der Wälder schon seit 100 Millionen Jahren.

Wichtige Zerstörungsursachen

  • Zur Schaffung von landwirtschaftlicher Fläche und von Rinderweiden wird brandgerodet.
  • Die Wälder werden in Ölpalm-, Bananen- oder Kaffeeplantagen umgewandelt.
  • Bodenschätze wie Eisenerz, Gold, Öl oder Gas werden ausgebeutet.
  • Zur Energiegewinnung werden Großstaudämme gebaut.
  • Holzeinschlag für die kommerzielle Nutzung

Wem nützt die Regenwaldzerstörung?

Am meisten profitieren die Reichen der Welt, die Großgrundbesitzer und die Industrienationen vom "Raubmord" am Regenwald. Die ersten Opfer sind jedoch die Armen. Indirekt abhängig vom Regenwald sind nach Schätzungen 40 Prozent aller Landwirte der "Dritten Welt". Der Regenwald liefert ihnen das Wasser.